Freie Kooperation mit Sibylle Möndel

Freie Kooperation mit Sibylle Möndel

Auszug aus:
Dr. Heike Piehler, Kunsthistorikerin: Waldstücke – Malerei und Siebdruck von Sibylle Möndel. Freiburg, 2018

[…] in ihrer Malerei arbeitet sie in verschiedenen Schichten und setzt pastose und lasierende Farben übereinander. Man könnte pointiert sagen, Sibylle Möndel malt auch, wenn sie druckt: wenn sie einzelne Motive in ihre Malerei hineindruckt oder die Fläche mit transparenten Strukturen bedruckt. Sie setzt fotografische Motive nicht als Abbilder ein, sondern lässt sie in ihrer Malerei in abstrahierter Form gleichsam auftauchen. Sie erreicht diesen Effekt, indem sie Fotografien digital überarbeitet, einzelne Motive daraus isoliert, verfremdet und stilisiert, so dass sie letztlich selbst eher wie eine Malerei denn wie Fotografie wirken. Werden sie als einzelne Versatzstücke kombiniert und unter, auf und zwischen die malerischen Schichten gedruckt, so verlieren sie ihren fotografischen Charakter fast vollständig und werden untrennbar Teil eines immer weiter verdichteten abstrakt-malerischen Werks. Für manche Werke hat sie eigene Malstrukturen fotografiert, digital überarbeitet und gerastert, hier mischen sich die unterschiedlichen Techniken vollends. […]

Auszug aus:
Mag. Ulrike Guggenberger: Gespräch mit Maks Dannecker. Salzburg, 2012

[…] Zunehmend deutlicher wird ihr bewusst, wie sehr sie die reduzierte, stille, minimalistische Ästhetik ihrer persönlichen „heilen Welt“ braucht, sich darin aufgehoben fühlt. „Ich schreie nicht laut mit meiner Kunst“, sagt sie. Mit wenigen gestalterischen Mitteln, durch Hervorheben, Zurücknehmen, Einschleusen von Fremdkörpern, Formen und Farbpartikel erzählt sie Hintergrundgeschichten. Auf dem selben Blatt, Schichten des Erkennens vergleichbar, geht eine Geschichte in eine nächste über, ein unerschöpfliches Deuten. Fragmente aus ihrem beruflichen und privaten Alltag blitzen während ihrer Arbeit auf, sinken ein und tauchen als selbständige Bildelemente in ihrem Schaffen wieder auf. „Kunst machen, bedeutet für mich, eine fiktive Welt zu kreieren.“ Keine Postulate, keine weltverbessernden Phantasien, Maks sucht nach Wahrnehmungserweiterung. Recherche und Basiswissen immer vorausgesetzt. […]